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Sara Hegewald, pixelio.de

27.02.2013

IPHT-Symposium thematisiert die „Individualisierte Medizin“

Eine Krankheit verläuft bei jedem Menschen anders, die Reaktion auf Medikamente kann dabei sehr unterschiedlich sein. Die individualisierte Medizin will dies berücksichtigen und jedem Patienten das richtige Medikament in der richtigen Dosierung anbieten. Mit den „Risiken und Nebenwirkungen“ dieser Entwicklung beschäftigt sich am 12. März 2013 eine Veranstaltung in den Jenaer Rosensälen.

Eine Behandlung, die nicht die individuelle Konstitution des Patienten berücksichtigt, ist nicht erfolgreich oder sie ist unter Umständen sogar schädlich. Sie ist dem Einzelnen nicht zumutbar und für das Gesund-heitssystem Geldverschwendung. Die individualisierte Medizin bedeutet insoweit Fortschritte, insbesondere bei onkologischen und neurologischen Erkrankungen, aber auch etwa bei Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 

Diese individualisierte Medizin bedeutet aber für die behandelnden Ärzte, bis hin zum niedergelassenen Arzt, die Notwendigkeit zu wesentlich umfangreicherem Wissen sowie zu umfangreicherer Aufklärung des Patienten. Aus-, Fort- und Weiterbildung müssen hierauf reagieren und den Arzt ermächtigen, diesen gesteigerten Anforderungen zu genügen. Andernfalls besteht die Möglichkeit einer deutlich umfangreicheren Haftung. 

Seitens der Patienten erlangt die Vorsorge immer größere Bedeutung. Je mehr Kenntnisse er über seine gesundheitliche Konstitution erlangt, desto eher ist er in der Lage, Gefährdungen durch eine angemessene, gesunde Lebensführung zu begegnen. Droht hier eine Überforderung des Einzelnen bis hin zu einer „Pflicht zur Gesundheit“? 

Gesetzliche und private Krankenversicherungen werden reagieren. Sie könnten versucht sein, mit Bonus- und Malussystemen dieses Verhalten unter Berufung auf die „Eigenverantwortung“ des Betroffenen immer umfangreicher zu beeinflussen. 

Bei fortschreitender Stratifizierung von Patientengruppen ist auch die pharmazeutische Industrie in diese Entwicklung involviert, etwa wenn „Blockbuster-Medikamenten“ künftig eine geringere Bedeutung für den Umsatz zukommt. Sie reagiert hierauf zum Teil mit neuen Geschäftsstrategien, insbesondere der Verbindung von Diagnostik (Biomarker) und Therapie. 

Das Symposium „Individualisierte Medizin – Wirkungen und Auswirkungen“ beschäftigt sich mit all diesen medizinischen, technologischen, wirtschaftlichen und juristischen Aspekten. Organisiert wird es vom Institut für Photonische Technologien (IPHT) in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Jena und dem Ethik-Zentrum der Friedrich-Schiller-Universität Jena. „Das IPHT möchte sich mit der Veranstaltung als Institut der anwendungsorientierten Grundlagenforschung frühzeitig in die Debatte um die ethischen und gesellschaftlichen Folgen der wissenschaftlichen und technologischen Entwicklungen seines Forschungsfeldes einbringen“, beschreiben Prof. Dr. Jürgen Popp, Wissenschaftlicher Direktor und Dr. Wolfram Eberbach, Kuratoriumsvorsitzender des IPHT, die Motivation, ein solches Symposium zu organisieren. „Wir freuen uns, dass wir eine Reihe ausgewiesener Experten als Vortragende und Diskutanten dafür gewinnen konnten und die Thüringer Landesärztekammer die Veranstaltung als Fortbildungsmaßnahme anerkennt“. 

Eingeladen sind neben Vertretern aus der Rechtswissenschaft, der Versicherungswirtschaft sowie der Pharmaindustrie auch Ärztinnen und Ärzte aus Kliniken und Praxen, um sie an dieser wichtigen, nicht zuletzt für das Arzt-Patienten-Verhältnis richtungsweisenden Diskussion teilhaben zu lassen, und Medienvertreter, die sich über den Stand der Debatte informieren wollen. 

Das Symposium beginnt am 12.3.2013 um 14 Uhr in den Jenaer Rosensälen (Fürstengraben 27, 07743 Jena). 

Die Teilnahme ist kostenlos, die Anmeldung wird empfohlen (unter Opens internal link in current windowwww.ipht-jena.de/individualisiertemedizin). 

Die Veranstaltung ist zertifiziert von der Landesärztekammer Thüringen mit 7 Punkten, Kategorie A. 

Finanziell unterstützt wird sie von der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT)